Die FSGU beim Pribina Cup 2019

Philip Joens berichtet aus Nitra

Letzter Tag, 27.04.2019

Traditionell lädt die Wettbewerbsleitung am Freitag Abend zu Gulasch, Bier und live Musik in den großen Hangar ein. So auch dieses Jahr. Das Wetter für Samstag taugte nicht für eine Aufgabe und so geht der 19. Pribina Cup mit der Siegerehrung zu Ende. Insgesamt war das Wetter gut fliegbar und ich habe wieder eine ganze Menge gelernt. Niemand ist zu Schaden gekommen und das ist das wichtigste. Allerdings haben zwei Teilnehmer ihre Flugzeuge beschädigt. Ein Pilot wollte auf biegen und brechen noch bis zum Flugplatz durchgleiten, ohne die dafür nötige Höhe zu haben. Statt in einem der riesigen Felder auf seinem Weg zu landen, wartete er einfach so lange bis die Höhe bei 0 war und die Geschwindigkeit zum Fliegen nicht mehr reichte. Er tauchte wenige hundert Meter vom Flugplatz entfernt in das Ende eines Rapsfeldes ein und stoppte dahinter an einer Strasse mit Böschung unsanft. Ein anderer Pilot kam in den Bergen tief und klemmte sich zwischen einer Kontrollzone und dem Berghang ein. Die Entscheidung mit dem Wind und Hangabwärts zu landen, führte zu einem starken Schaden am Flugzeug. Das war zwar ärgerlich für beide Piloten, aber gut das sie nicht verletzt wurden. All die anderen Starts und Landungen – auch viele Außenlandungen – verliefen ohne besondere Ereignisse. Insgesamt ein wieder toll organisierter Wettbewerb! Vielen Dank.
In der Summe finde ich es jedes Jahr wieder erstaunlich wie diszipliniert und gut alle Teilnehmer fliegen und wie insgesamt sicher ich mich fühle, auch wenn ich mal in einem großen Pulk von mehreren dutzend Flugzeugen stecke. Zu Anfang hatte ich da große Bedenken, aber inzwischen freue ich mich darauf, bei so vielen extrem guten Piloten mitfliegen zu dürfen.
Vladimir Foltin der Organisator des Wettbewerbs vergibt die Preise und hält seine Abschlussansprache:

4 Klassen, jeweils drei Sieger und einige andere Auszeichnungen ergeben einen ganzen Tisch voll mit Trophäen:

Im Morgengrauen geht es dann zurück nach Unterwössen:

Achter Wettbewerbstag 26.04.2019

Das warme Wetter hat sich weiter stabilisiert. Auch der Wind ist noch stärker geworden. In der Kombination entstehen so sehr schwierige Bedingungen für einen Wertungstag. Deswegen werden keinen Rennaufgaben gestellt, sondern eine Bereichsaufgabe, bei der man in gewissen Grenzen selber entscheiden kann, wo man die Wenden hinlegt. Ziel ist es hier möglichst weit zu kommen und genau nach zwei Stunden in den Zielzylinder zu fliegen. Zwar wird um 12 mit den Schlepps begonnen, aber schon nach kurzer Zeit unterbrochen, weil viele Piloten wegen des starken Windes wieder landen müssen. Im Endergebnis werden die Startlinien für die 15m Klasse und die 20m Doppelsitzer gegen halb zwei geöffnet und die Tasks für die anderen Klassen abgesagt.
Die Aufgabe für die 15m Klasse sah so aus:

Bei den Doppelsitzern konnte etwa die Hälfte der Piloten die Strecke umrunden. Normalerweise treffen die guten Piloten bei solchen Aufgaben innerhalb weniger Sekunden um die 2 Stunden Marke den Ziel Zylinder. Heute jedoch war die Streuung sehr groß. Von 1:59 bis 2:45 war alles dabei. Dies zeigt wie schwierig die Situation einzuschätzen war. In der 15m Klasse konnte kein einziger Pilot die Aufgabe erfüllen. Daher gab es nur für die 20m Klasse eine Wertung.
Die Ergebnisse des siebten Wettbewerbstags sind: für unsere Klassen keine.

Siebter Wertungstag 25.04.2019

Das warme Wetter ist uns von Györ nach Nitra gefolgt. Es scheint zwar die Sonne, aber die Luftschichtung ist deutlich stabiler geworden. Auch der Wind ist sehr viel stärker als bei den anderen Wertungstagen. So ist der Meteorologe vorsichtig und stellt nur kleine Aufgaben (um die 250km). Wie sich später herausstellt, wäre auch eine deutlich größere Aufgabe möglich gewesen, eigentlich, denn ein einziger Fehler kostete wegen des Windes derart viel Zeit, dass man eine größere Aufgabe dann nicht geschafft hätte.Die ‚Fehlerfreien‘ rasten in unter zwei Stunden um den Kurs – aber ein Fehler und man ist bei über drei Stunden. Fast die Hälfte der Piloten der 15m Klasse liefern eine fehlerfreie Performance ab, woran man sehen kann wie gut die Piloten hier sind.Ich habe mich an der ersten Wende verbastelt, bin zwar rumgekommen, war aber der Langsamste. Andererseits haben 10 Piloten den Kurs nicht geschafft. So gesehen ist der letzte der Rumgekommenen gar nicht so schlecht.

Hier mal ein vergleich zwischen erstem (Karsten Leucker) und letztem Rumkommer (mir) – man beachte auch die Windanzeige unten links:
Über dem Grat einer Bergkette stand eine schöne Wolkenstrasse, die direkt zum ersten Wendepunkt führte und irgendwie habe ich es geschafft, dass Steigen nicht zu finden und ins Lee geblasen zu werden. Nach zwei Versuchen von der Lee-Seite der Berge zum Wendepunkt zu fliegen, bin ich dann Außen rum. Musste mich weit vom Wendepunkt hoch machen … insgesamt mehr als eine Stunde dafür gebraucht. Irgendwie ist es ein bisschen Deprimierend, wenn man grad an der ersten Wende ist und man im Funkt 10x hört „CX 10k Final Glide“ – „OLC 10k Final Glide“ – „II 10k Final Glide“ – „Y 10k Final Glide“ – „RP 10k final Glide“ – usw

Dann der nächste Tiefpunkt des Fluges … in die Ebene raus geglitten und überall stehen Wolken … nur ich kann fast nichts finden bis ich an der zweiten Wende auf 200m AGL bin … als letzte Möglichkeit vor der Außenlandung die Lee-Kante eines großen braunen Feldes angeflogen und mich dann mit dem dem Wind treiben lassen … Lehrbuchmäßig ging es dann irgendwann weg bis 1200m und damit war die Aufgabe wieder machbar. Das ich in dieser Situation eigentlich fast schon am Wendepunkt gewesen war, hatte ich gar nicht mitbekommen.

Wenn es dann mal läuft, läuft es ja gleich richtig. Die letzte Wende auf einem Gipfel: mit Rückenwind tief in die Bergflanke angeflogen, in eine Thermik gestolpert und im Steigen in den Wendepunkt geblasen worden. Sowas versöhnt einen dann wieder.

Im Gegensatz dazu der Gewinner des Tages … die richtige Linie zum ersten Wendepunkt … hin und zurück … 22 Minuten … einfach perfekt.

Mathias und Alexander konnten ihre Aufgaben auch erfüllen. In der Offenen Klasse brauchten die schnellsten 1:50h und die Langsamsten 3h.
Die Ergebnisse des siebten Wertungstags sind: Mathias 35. – Alexander 32. – Philip 20.

Fünfter&Sechster Wettbewerbstag 23./24.04.2019

Das Wetter ist umgeschlagen, es regnet und ist sehr windig – zumindest in Nitra. Es gibt noch ein kurzes Briefing am Dienstag und dann ist Flugpause für zwei Tage. Ist mit persönlich ganz recht. Nitra liegt recht günstig, wenn man gerne Städte ansieht oder andere kulturelle Dinge erfahren möchte. Bratislava, Wien, Budapest oder auch die Tatra laden zu Ausflügen ein und sind für einen Tagesausflug gut erreichbar. Dieses Jahr waren wir in Györ (ca. 100km). Eine Stadt in Ungarn in der Audi ein großes Werk gebaut hat. Für einen Ausflug war das Wetter super. Ein herrlicher Stadtbummel … Mittagessen … Kaffee & Kuchen und am späten Nachmittag zurück. Im Detail sieht man schon noch, dass die Stadt schwere Zeiten hinter sich hat. Inzwischen ist ein Großteil der Gebäude bereits renoviert oder man arbeitet gerade daran. Györ war immer schon ein industrielles Zentrum, aber mit einem Automobilwerk nimmt so eine Stadt dann nochmals ganz anders Fahrt auf.

Auch ein Grund warum ich bisher gerne nach Nitra auf den Wettbewerb gekommen war, waren die alten russischen Landwirtschaftsflieger, mit denen geschleppt wurde. Die gibts als Kolben-Version und mit Turbine. Einfach eine Schau wenn die Einschweben oder einen Schleppen.Ähnlich wie in Unterwössen, sind auch mehrere Firmen und Clubs am Flugplatz ansässig. Der der bisher die Landwirtschaftsflieger zum Wettbewerb beigesteuert hat, wollte aus dem Platz einen reinen Fallschirmspringer Platz machen und damit wäre normaler Flugbetrieb fast nicht mehr möglich gewesen und Wettbewerbe auch nicht mehr. Deswegen hat der Club das Ansinnen abgelehnt. Als Retourkutsche wurden dieses Jahr dann die Landwirtschaftsflieger zurückgehalten (vermutlich in der Hoffnung den Wettbewerb zu sabotieren) und stehen auf dem Flugplatz ungenutzt herum. Wie in der Sandkiste: Mein Eimerchen, Mein Förmchen, Mein Schäufelchen.

Vierter Wettbewerbstag 22.4.2019

Zwar war der Morgen noch schön, aber man sah schon die Wolken kommen. Dennoch werden die Flieger in den Grid gestellt. Rechts die Club, Selbststarter und Doppelsitzer und links die 15m, sowie die Offene. Als die Schlepps angefangen hatten zog eine Abschirmung herein und einige der bereits gestarteten Club und 15m, mußten wieder landen. Ich hatte „Glück“, fand noch eine kleinen Thermik und konnte zum Hausberg rüber fliegen. Vom Wind nicht optimal angeströmt konnte man sich gerade halten. Vielleicht 100m über Grat war Schluss. Der Berg selber hat sehr flache bewaldete Hänge und da will man in dieser Höhe sicher nicht in ein Lee fallen oder durch sonstwas Höhe verlieren. Wenn man sich meine Aufzeichnung ansieht, sieht das erstmal nur nach etwas unordentlichen Hangflug aus:

Schaut man sich dann allerdings das Butterfly Display an, bekommt man ein Gefühl davon, was dort los war. Die Bergflanke ist ca 4km lang und dort sammelte sich alles, was nicht wieder landen musste. Das Oudie Display war schon nach kurzer Zeit komplett schwarz vor lauter Flugwegen. Das Butterfly, der Oudie und das Era80 liefen komplett Amok in meinem Flieger. Keine dezenten Hinweise, sondern ständige Aufschlagswarnungen mit maximaler Lautstärke.

Nach einigen Malen hin und her, ohne das man wirklich dort weg kommen konnte, hab ich mich entschieden den Tag abzubrechen und zum Flugplatz zurückzufliegen. Die Abschirmung sah nicht so aus, als ob sie sich schnell auflösen würde. Mir war es auch einfach zu gefährlich mich weiter zwischen dutzenden von Flugzeugen auf annähernd gleicher Höhe durchzuschlängeln, der ständige Lärm der Geräte nervte gewaltig und gleichzeitig musste man ja auch versuchen, oben zu bleiben. Zwar fliegen alle wirklich gut und passen auch auf, aber 50 oder mehr Flugzeuge auf so kleinem Raum war nichts für mich. Wenn sich alle in einer Thermik drehen, ist das selbst mit eine groben Anzahl von Flugzeugen relativ entspannt (kurz zu sehen in Stefan Langer’s Video in Minute 0:21 https://www.youtube.com/watch?v=sTPZmwpEIU4). Aber am Hang ist das eine völlig andere Geschichte.Wie bisher immer bei Problemen, haben die Organisatoren das natürlich auch sofort erkannt und den weiteren Zustrom von Flugzeugen gestoppt. Die Schlepps wurden ausgesetzt. Ein paar 15m blieben am Boden, sowie alle aus der Offenen, Selbststarter und Doppelsitzer.
Kaum hatte ich zum Landeanflug angesetzt, wurden zuerst die Aufgaben gecanceled und dann der ganze Tag. Am späteren Nachmittag gab es noch ein kleines Wetterfenster, dass ein paar Verwegene genutzt haben, um noch ganz schöne Flüge bis 300km zu machen. Der Wind war aber schon sehr stark und ein paar kamen nicht an den Platz zurück.
Deswegen: keine Wertung für diesen Tag.
PS: nach so einer Erfahrung, sehnt man sich nach der einsamen Wolke die man für sich hat, wie am Tag zuvor.

Dritter Wertungstag 21.4.2019

Und schon wieder strahlend blauer Himmel! Die Bedingungen wie gestern. Auch heute wieder ohne Wasser geflogen … krass wie es einen dann hinter den Schleppmaschinen rum läßt. Haben halt auch anständige Motoren drin.

Die Startaufstellung wie immer eine Schau. 40x 15m Klasse und dahinter 40x Offene und auf der anderen Seite der Bahn die Club und Doppelsitzer. Glaubt man kaum, dass alle Maschinen in ca 80min in der Luft sind … wenn andere Wettbewerbe schon bei 20 Maschinen ins Schwitzen kommen. Einfach sensationell mit welchem Können die Organisatoren das im Griff haben.

Die Aufgaben ähnlich wie gestern … allerdings mit einem etwas anderen Rückflug, der mir die Aufgabe (vermeintlich) rettet. Beim Anflug auf die zweite Wende hab ich mich in der Höhe verschätzt und war für die Gipfelstation zu tief. Musste um den ganzen Berg herum, auf der anderen (Lee) Seite weit ins Tal raus, um mich wieder hoch zu machen und dann zurück zum Wendepunkt. Sowas drückt den Schnitt ganz gewaltig und das Ende der Thermik naht. Deswegen nach dem Wendepunkt direkt die besten Wolken angeflogen. Leider direkt an einer CTR … einmal ist es gut gegangen, beim zweiten mal dachte ich, ich wäre eigentlich schon vorbei, aber oben raus hat der Wind etwas gedreht und schon hat es mich hinein geweht. Für die Wertung nicht weiter tragisch, denn durch den Patzer an der dritten Wende war ich unter denen die rum gekommen sind eh letzter. Die virtuelle Außenlandung hat dann auch nur mehr zwei Plätze gekostet. Aber für mich ganz wichtig: trotzdem nicht letzter!
Der Patzer an der zweiten Wende:

Die erste Thermik an der CTR ging:

Bei der zweiten Thermik hat es mich zurück in die CTR geweht:

Ohne die beiden Bärte, wäre ich allerdings außengelandet. Insgesamt relativ spät bei der dritten Wende gewesen. Hatte es fast schon aufgeben wollen, aber durch den anderen Rückweg, konnte ich die letzte Wolke noch bis auf 2400m mitnehmen … danach dann 70km tote Luft. Da Nitra auf nur 135m liegt und man in die Ebene raus gleitet, konnte ich die vierte Wende noch mitnehmen und auch ankommen (https://www.onlinecontest.org/olc-3.0/gliding/flightinfo.html?dsId=7101979). 

Wegen der Lufträume muss man hier echt aufpassen. Die SeeYou’s oder iGlides meckern alle paar Minuten wegen irgendwelcher Lufträume, zu Hoch, zu Nah … irgendwas ist ständig. Für den Wettbewerb sind allerdings viele sonst gesperrte Lufträume offen. Beachtet man dann die eine Warnung die wichtig gewesen wäre nicht, ist es schon passiert.
Mathias konnte seine Aufgabe erfüllen und wurde mit einem 102er Schnitt 28. von 36 Teilnehmern. Die vorderen Plätze werden von Piloten mit einem 130er Schnitt belegt! Schon gewaltig wie viele extrem gute Piloten hier fliegen. Alexander kam vor der zweiten Wende tief und konnte keine nutzbare Thermik mehr im unteren Stockwerk finden. In so einer Situation ist ein Motor schon eine tolle Sache. Für meinen Rückholer, wären das 3h einfach gewesen.
Die Ergebnisse des dritten Wertungstags sind: Mathias 28. – Alexander 35. – Philip 31.

Zweiter Wertungstag 20.4.2019

Auch heute wieder strahlender Sonnenschein … und angenehm warme Temperaturen. Die Aufgaben sind mit 330-390km etwas größer als gestern. Für meine 15m Klasse war die Strecke optimal. Sie folgte im wesentlichen verschiedenen Bergzügen und so war es relativ einfach die Aufgabe zu umrunden (https://www.onlinecontest.org/olc-3.0/gliding/flightinfo.html?dsId=7092938). In der Offenen Klasse dagegen, lag ein Wendepunkt im Lee und insgesamt war die Strecke deutlich anspruchsvoller, sodass Mathias und Alexander ihre Aufgaben nicht vollenden konnten.
Aus der Erfahrung von Gestern hatte ich mich entschlossen, gleich ohne Wasser zu starten. Das hat den lustigen Effekt, dass die starken Schleppmaschinen ein so leichtes Flugzeug wie die LS7 derart schnell in den Himmel reißen, das man sofort am Ende des Querabflugs rausgeworfen wird und da schon 100m mehr hat, als man haben sollte. Bis zum Ausklinkraum kommt man gar nicht erst.
Der Tag sah zwar nicht besser aus als gestern, aber war es definitiver. Durch mein leichtes Flugzeug konnte ich gleich zu Anfang deutlich mehr Höhe machen als die anderen und mich ein ganzes Stück absetzen. Bis zur ersten Wende hatte ich einen ganz hübschen Vorsprung herausgeflogen. An der zweiten Wende hat mich der Pulk aber dann eingeholt und die schweren Bomber zogen an mir vorbei. Insgesamt 5 Piloten meiner Klasse, haben die Aufgabe allerdings auch nicht geschafft. Mein Ziel nicht letzter zu werden, hat auch heute wieder funktioniert.
Die Ergebnisse des zweiten Wertungstags sind: Mathias 32. – Alexander 30. – Philip 29.
PS: Kaum hatte ich mich allerdings darüber gefreut endlich mal eine Aufgabe umrundet zu haben, machte mich ein anderer Pilot darauf aufmerksam, dass mein Hauptrad komplett platt sei. Also Werkzeug organisiert – Rad ausgebaut – festgestellt, dass der Schlauch ein Loch hat – keinen Ersatz beschaffen können – Glück gehabt, dass ein OBI lange offen hat – Flickzeug besorgt – den Schlauch geflickt.
So sieht eine perfekte Feldreparatur aus:

Weil ohne Rad sieht ein Segelflugzeug irgendwie doof aus:

Ach ja und dann waren wir Abends noch in der Stadt beim Essen und ich finde die Bäume übertreiben hier in Nitra:

Erster Wertungstag 19.4.2019

Auf der Web Seite des Pribina Cup https://pribinacup.sk kann man das Geschehen mitverfolgen. Die Ergebnisse werden hier veröffentlicht https://www.soaringspot.com/en_gb/pribina-cup-2019-nitra-2019/results.
Ein wundervoller wolkenlos blauer Himmel begrüßte uns in der Früh. Die Temperaturen schon jetzt angenehm und im Tagesverlauf bis 24° ansteigend. Vorhergesagt war viel Blauthermik, aber auch einige Cumulus Wolken, trotz der sehr trockenen Luft. Der Meteorologe sagte Steigwerte von 3-4 Metern vorher und die Aufgaben waren mit 300-360km für dieses Bedingungen eher kurz. Zum Aufwärmen gedacht, da es für viele Piloten der erste Flug im Jahr ist.
Allerdings war der erste Start erst für 12 Uhr angesetzt und Thermikende gegen 17:30 … zwar sind alle 130 Flugzeuge innerhalb von 80 Minuten in der Luft (tolle Leistung!), aber abgeflogen wird dann erst gegen 14 Uhr. Das läßt einem gerade mal dreieinhalb Stunden und das relativiert die kurze Strecke wieder.
In der Annahme, dass die Steigwerte gut werden würden, hatten vermutlich alle Piloten die Flugzeuge voll getankt (ich auch). Wie sich aber zeigte war die Thermink viel schwächer als gedacht. Mit dem Wasser konnte ich gerade mal so oben bleiben und den anderen ging es auch nicht viel besser. Einige mussten auch wieder landen und sich nochmal hochziehen lassen. In der Hoffnung, dass der Tag noch zünden würde, hab ich mich gut eine Stunde mit einer 46er Flächenbelastung abgemüht und bin damit kaum über 1000m Höhe rausgekommen. Aber als es nicht besser wurde, hab ich das Wasser abgelassen und mit einer 36er Belastung waren auch Höhen bis über 2000m drin. Ich hab mich gegen starken Wind (30km/h) in 2 Stunden zur ersten Wende vorgekämpft, diese umrundet und mit dem Wind ging es den Weg in unter einer Stunde zurück. Die zweite Wende auch noch geschafft, aber auf dem Weg zur Dritten nichts mehr gefunden. Zwar hätte meine Höhe für einen Endanflug auf Nitra gereicht (+150m incl. 30km/h Rückenwind), jedoch hätte ich über die ganze Stadt fliegen müssen. Das war mir zu heiß. Also Außenlandung vor der Stadt (https://www.onlinecontest.org/olc-3.0/gliding/flightinfo.html?dsId=7080607). Alexander musste kurz vor der ersten Wende den Motor ziehen. Sich die Lee’s in Nitra zu erschließen ist nicht so einfach. Mathias wollte seine Aufgabe schon fast abbrechen, fand dann aber in der Nähe des Flugplatzes noch ein bisschen was, flog weiter und immer wieder ging ein bisschen was. Er schaffte dann noch die letzte Wende und kam mit +80m zum Platz zurück. Von der anderen Seite ist das relativ entspannt, denn dort sind nur Felder und keine Stadt.
Das Ergebnisse des ersten Wertungstags ist: Mathias 23. – Alexander 30. – Philip 25.

Eröffnungtag 18.4.2019

Mathias Münch, Alexander Schütz und Philip Joens haben sich über Ostern zusammen in die Slowakei aufgemacht, um am 19. Pribina Cup in Nitra teilzunehmen. Insgesamt nehmen ca 130 Piloten am Wettbewerb teil. Mathias & Alexander starten in der offenen Klasse (36 Teilnehmer) und Philip in der 15m Klasse (37 Teilnehmer). Die Fahrt geht über Salzburg, Linz, Wien und Bratislava nach Nitra. Ist schon ein gutes Stück mit dem Anhänger, aber wir sind alle gut durchgekommen. Wie jedes Jahr hat die Wettbewerbsleitung ihre Sache super im Griff. Die Anmeldung ist in ein paar Minuten erledigt. Man zahlt schon mal 5 Schlepps im Voraus (€195,-), bestätigt mit einer Unterschrift, dass man alles Papiere dabei hat und der Flieger flugtüchtig ist und das war es. Keiner hier käme auf die Idee Piloten/Papier/Flugzeuge auf Vollständigkeit und Richtigkeit zu kontrollieren. Sowas ist mit vielen Angestellten sicher auch zu machen, aber hier in Nitra bevorzugen die eine schlanke Organisation. Uns gefällt’s!
Wir haben dann am Abend noch die Flugzeuge aufgebaut und über Nacht am Boden festgebunden. Auf der Fahrt nach Nitra war schönstes Flugwetter zu sehen gewesen und die Vorhersage für den nächsten Tag sah vielversprechend aus. Der Tag klang bei einem Bierchen mit einem wundervollen Sonnenuntergang aus.