Philip Joens und sein Versuch das Matterhorn zu erobern!

Kurz nachdem ich mit dem Fliegen angefangen hatte, lernte ich Wolfgang Lengauer kennen. Ich denke, er war zu dieser Zeit der beste Pilot den die FSGU hatte. Er flog ganz vorne im OLC mit. Voller Bewunderung las ich damals seinen Bericht seines Fluges zum Matterhorn. Seit damals möchte ich gerne auch einmal zum Matterhorn oder wie er ein großes Dreieck Unterwössen-Karawanken-Samedan-Unterwössen fliegen. Ich hab jetzt zwar keine gesteigerten Ambitionen für den OLC, aber einmal zum Matterhorn wäre schon was. Am 3.6.19 sah die Vorhersage dann so aus, als ob ein Flug zum Matterhorn möglich wäre. Von Unterwössen bis ins Wallis ein langes Band guter bis sehr guter Bereiche.Also habe ich meine LS7 mit ca. 80l Wasser betankt um auf eine den Anderen vergleichbare Flächenbelastung zu kommen. Die LS7 ist mit ihren 260kg Leergewicht ein sehr leichtes Flugzeug. Mit meinen 100kg komme ich dann gerade mal auf eine 36er Flächenbelastung. Mit 80l Wasser drin geht es dann Richtung 44er Belastung. Insgesamt bin ich damit immer noch leichter als viele die auch problemlos geschleppt werden. Allerdings hat die LS7 ein sehr kleines Rad und das ganze Flugzeug am Boden damit einen so kleinen Anstellwinkel, dass ich den Flieger erst so bei 120-130km/h vom Boden weg bekomme. Einmal in der Luft fliege ich betankt auch noch problemlos bei 100-110km/h. Statt der Geschwindigkeit (entspricht der Gesamtenergie des Schleppzuges) wird in Unterwössen allerdings darauf Wert gelegt an einer bestimmten Stelle der Bahn in der Luft zu sein. Etwas, was mit der betankten LS7 meist nicht möglich ist, obwohl ich an dieser Stelle bereits schneller bin als ein schwereres Flugzeug. Aber eben noch nicht in der Luft.

Als ich dann an der Reihe war, hatte der Gegenwind noch nicht eingesetzt und um den Schlepp nicht zu gefährden habe ich das Wasser wieder abgelassen … wirklich schade wie sich später herausstellte. Am Rechenberg angekommen, ging es gleich mit 2-3m/s integriert bis auf 2600m. Dadurch konnte ich sofort bis zum großen Traithen durchgleiten. Auch dort gute Steigwerte ermöglichten mir gleich vom Start weg eine hohe Schnittgeschwindigkeit. Der Weg führte durchs Karwendel, an der Zugspitze vorbei Richtung Engadin. In Zernez bog ich dann Richtung Westen zum Rheintal hin ab und war bereits um 13:45 Lokalzeit am Oberalppass. Weiter war ich bisher noch nie gewesen und hatte deswegen keinen Plan wie es weitergehen könnte … die Verlängerung des Rheintales jedenfalls war völlig blau und sah nicht wirklich fliegbar aus. Auch war da noch wirklich viel Schnee in den hohen Bergen.

Unschlüssig bin ich dort einige Zeit hin und her gekurvt und habe mich dann entschieden etwas nach links auszuweichen und weiter Richtung Jungfrauengruppe zu fliegen. Die Basis war allerdings mit max 3500m recht niedrig, wenn man es mit Bergen zu tun hat die um die 4500m hoch sind. Deswegen habe ich um 14:30 ca 50km vor dem Matterhorn gewendet. Von der Zeit her hätte es leicht gereicht auch noch die restlichen 50km zu schaffen. Der Rückweg führte mich etwas südlich an Samedan vorbei, weil ich im Flarm-Radar einen anderen Flieger in 4000m gesehen hatte. Da der Tag noch jung war, hätte ich eigentlich noch weiter Richtung Lienz fliegen können und dort irgendwo zurück auf die Nordseite, aber weil ich irgendwie auf „Rückflug“ programmiert war, kam mir diese Idee gar nicht, sondern ich flog der Standart Rückflugroute folgend über Sterzing und Mayerhofen ins Zillertal. Erst am Gerlos um 17:30 ist mir aufgefallen, dass ich eigentlich noch eine Stunde zum Fliegen übrig habe. Da die Strecke bis Zell noch sehr gut aussah, wollte ich bis zum Hochkönig verlängern und von dort dann nach Unterwössen abgleiten. Tja und so schnell kann es gehen. Aus 3200m bin ich gerade mal bis Zell am See gekommen. Nicht ein nutzbarer Aufwind auf der ganzen Strecke. Statt auf die bessere Hauptkammseite zu wechseln (wo sich andere noch in über 4000m tummelten), bin ich einfach weiter und weiter geflogen bis ich in Zell am Boden war. Schade, denn wäre ich noch bis zum Hochkönig gekommen, hätte ich meinen ersten Flug mit über 800km zusammen gehabt.Das ich aber bis auf Schlagdistanz ans Matterhorn herangekommen bin freut mich persönlich sehr. Gerne würde ich es einmal unserem Wolfgang Lengauer nachmachen und bis zum Matterhorn und zurück fliegen.