Leider hat es den Flugplatz arg getroffen!

Aber wir wollen nicht jammern, wenn wir nach Kössen schauen, dann sind wir noch gut weggekommen. Immerhin haben die Hochwasserschutzmaßnamen der Gemeinde Unterwössen funktioniert und der Ort selbst blieb verschont. Der Flugplatz ist seit 2007 Hochwassergebiet und wird wohl leider regelmäßig überflutet werden. Diesmal war es aber unbeschreiblich heftig, so etwas hat es noch nie gegeben. Zum Vergleich die Zahlen, die letzten Hochwasser (2002, 2010) hatten so um die 650 Kubikmeter Wasser pro Sekunde, im Jahr 1940 waren es mal 780 Kubikmeter, die Wasserspezialisten erwarteten dementsprechend bei einem hundertjährigen Hochwasser 870 Kubikmeter, dieses Hochwasser aber hatte unfassbare 980 Kubikmeter Wasser pro Sekunde, ein tausendjähriges Hochwasser, wenn man es so definiert.

Zusammen mit dem Rüdiger habe ich einen Hochwasserschutz gebaut, der ausgehend von der Meirerhalle, das von der Ache her strömende Wasser an unserem Clubhaus vorbei lenken sollte.

Der Thomas hat geholfen die Barriere aufzubauen und wir waren exakt mit dem stark einsetzenden Regen fertig.

Mit der Bärbl zusammen habe ich Freunde aus Frankfurt in Reit im Winkl besucht. Bei der Rückfahrt hat es schon geschüttet wie verrückt. Ich habe mich entschlossen die Nacht im Clubhaus zu verbringen, wohl wissend, dass es lang dauern könnte bis ich wieder von dort wegkomme. Lang musste ich nicht auf die Ache warten, sie kam schon mitten in der Nacht. Die Konstruktion von Rüdiger und mir ging erst mal voll auf, lediglich die Gummilippen schwammen durch das strömende Wasser auf und ich musste sie mit Sandsäcken und Steinen unten halten. So aber blieb dann nur noch ein kleines Rinnsal, das sich durch die Flutmulde bewegte. Sehr zufrieden, patschnass und hundemüde legte ich mich hin, mit dem Ofen schön warm geheizt.

Lange habe ich nicht geschlafen, dann bin ich hochgeschreckt, irgendwie war das Rauschen lauter geworden. Schlaftrunken schaute ich zur Türe raus und war entsetzt, dass das Wasser schon kurz unterhalb der Terasse stand. Plötzlich war ich hellwach und habe alles hochgestellt, was ich als sinnvoll erachtete, sogar die Türen habe ich ausgehängt und weiter oben deponiert. Die Werkstattore habe ich mit Lumpen abgedichtet, in der Hoffnung, dass das was bringen würde. Kaum war ich einigermaßen durch, drückte das Grundwasser auch schon aus dem Wasseruhrenschacht, das Absaufen begann also von innen!

Das Wasser stieg immer höher, schon bald hatte ich den Kampf verloren, letztlich stand es dann 20 Zentimeter hoch im Clubhaus. Schlafen konnte ich nicht mehr, so blieb nur warten und unseren Hochwasserschutz zu begutachten. Leider sah der gar nicht mehr gut aus, es hatte ihn gewaltig überspült, wodurch die Halteeisen unterspült wurden und sich neigten. War aber auch schon egal, es war einfach viel zu viel Wasser. Gebracht hat der Schutz wenigstens unserem Nachbarn sehr viel und das, obwohl er noch beim Landratsamt vorstellig wurde, um uns den Bau des Schutzes verbieten zu lassen!

Quälend lange hat es gedauert, bis endlich der Wasserstand begann zu sinken, fast einen dreiviertel Tag! Dann aber galt es schnell zu handeln und den Schlamm aus der Bude zu bringen. War aber im Clubhaus gar nicht so schlimm, schlimmer war, dass ich keinen Gummiabzieher hatte und alles Wasser mit dem Putzlumpen aufsammeln musste. Viele Stunden habe ich geputzt, bis es wieder dunkel wurde, Strom hatte ich schon länger keinen mehr, da mussten dann auch Kerzen herhalten. Völlig kaputt habe ich mir schließlich den Ofen angeheizt und wie tot geschlafen. Zum Bildermachen war keine Zeit.

Am nächsten Morgen weckt mich der Marco und sagt “ Manfred aufstehen, das Wasser ist weg!““. Und wirklich alles weg, doch leider mit deutlichen Spuren. Nach und nach trudelten auch Helfer ein, der Thomas, der Dennis, der Jan, die Bärbl, der Ali und der Philip haben sich wie wild ins Zeug gelegt und geholfen wieder Ordnung zu schaffen. Die Susanne hat uns zur Stärkung einfach mal schnell Chili con Carne gekocht, so sind wir auch wieder zu Kräften gekommen. Die Klamotten nass und dreckig haben wir bis zum Abend gewerkelt, mit dem Ergebnis, dass es schon wieder gar nicht so schlecht ausgeschaut hat. Ich bedanke mich bei den Genannten ganz herzlich für die Hilfe!