Schon wieder ein super Föhn-Thermik-Flug!

Der Jan und der Hans-Peter haben am 30. März mit 891,98 Kilometern, den mit Abstand weitesten Flug des Tages geschafft, der Jan schreibt dazu:

Morgens griff der Föhn schon bis zum Boden durch, ein gutes Zeichen. Vielen Dank an Max fürs frühe Ausräumen und an Udo für den perfekten Schlepp! Der Kaiser ging wie üblich im Luv zuverlässig, aber nicht hoch genug für den direkten Abflug zum Rofan. Die Wetteroptik morgens ließ auch keinerlei Wellen erhoffen, deswegen setzten wir auf einige Leebart(?)-Kondensen mit starker Westkomponente südöstlich der Hohen Salve. Entweder war noch nicht genug thermische Energie drin, oder wir haben schlicht an den falschen Stellen gesucht, jedenfalls musste uns der Kaiser aus 1500 m, knapp über der sichtbaren Talinversion, wieder retten. Eine Stunde Zeitverlust, während der sich die Wetteroptik wandelte: dicke, aber kurzlebige Thermikwolken markierten jetzt die Leebärte. Wegen der hohen Basis waren die zerrissenen Steigfelder trotzdem nicht einfach zu finden. Dennoch, um der Kaiser-Falle zu entkommen, ist der mittlerweile mehrfach erprobte Abflug über die Salve eine gute, wenn auch zeitintensive Option; fraglich nur, ob er auch ganz ohne Thermik gelingt?
Endlich um halb 12 am Rofan; im Inntal auch eher “Thermik-Optik”, aber zuverlässiger, kräftiger Hangwind und fiese Lees der Westkomponente. Unsere Höhentaktik war hier nicht optimal, wir waren etwas zu tief, was ab Imst mehrfaches Tanken erforderte.
Von Landeck nach Westen ein extremer Wandel der Wetteroptik: Schneeschauer im Paznaun und Unterengadin, deutliche Zunahme der Feuchtigkeit mit zunehmend breiteren Cumuli, darüber ein sehr dichter Cirrenschirm. Insgesamt erschien uns das zu undurchsichtig, um noch weiterzufliegen, daher die (zu?) frühe Wende in Landeck. Komfortabler Rückflug mit der Rückenwindkomponente ins helle, thermikhaltige Wetter. Hangwind und Thermik wirkten entlang der gesamten Rennstrecke zu starken, aber oft sehr schmalen Linien zusammen. An den Loferern kurbelten wir einen der letzten Bärte vor der heranrückenden Abschirmung bis zur ungewöhnlich hohen, pausbäckigen Wolke.
Schwierige Entscheidung am Hochkönig: prächtige Optik nach Osten, dicke, hohe Cumuli am Dachstein – aber würden wir unter der Abschirmung und gegen die Westkomponente wieder zurückkommen? Zu heikel, also Wende.
Mittlerweile war die Abschirmung da, von welligen Strukturen durchsetzt und im Süden von einer messerscharfen Kante gegen die unwirklich blaue Föhnlücke entlang des gesamten Hauptkamms abgegrenzt. Die Cumuli darunter verblassten und wie im Lehrbuch entwickelten sich Wellen. Danke an Innsbruck für die Freigabe auf FL130 am Kaiser, eine komfortable Abflughöhe zum Rofan.
Mit etwas konservativerer Höhentaktik als beim ersten Mal waren wir auf der Rennstrecke diesmal prompt schneller. Bei Innsbruck konnte man an der Luvseite des massiven Nordketten-Staus weitersteigen. Dahinter große Überraschung: im Westen nicht etwa die befürchtete Front, sondern erneut “Thermik-Optik”: dicke, runde Cumuli unter blauem Himmel.

Abflug aus der Welle bei Landeck in 4800 m

Diesmal hätte man von Landeck sicherlich sorgloser als mittags zum Arlberg weiterfliegen können, als wir aber an der Parseier Spitze direkt aus dem Hangwind die Welle fanden, erschien uns das interessanter. Über den Tops abgebrochen, blieb uns nur der Rückflug, da im Westen keine ausreichend großen Wolkenlöcher zum sicheren Weiterflug on top zu sehen waren.

Lustig noch zum Schluss die unmarkierte Welle über dem Flugplatz St. Johann, die sich entlang der Luvkante der quelligen Staubewölkung am Steinernen Meer teilweise fortsetzte. Insgesamt ein unglaublich guter, weil sehr schneller und gleichzeitig sehr zuverlässiger Föhntag. Ein schöner Start in die Saison!

Der Flug im OLC